11 – Nugs Farm

Die Investigatoren brechen mit dem Zug Richtung Westen auf. In Gloucester, einer alten Stadt, die auf eine lange Geschichte zurückblicken kann, genießen sie sowohl ein wenig Sightseeing als auch einen oder mehrere Ausflüge in die lokalen Pubs.
Am nächsten Tag geht es mit dem Bus Richtung Bristol. Ihr Ziel, die kleine Ortschaft Clotton ist schon lange nicht mehr an das Zugnetz angeschlossen und auch Leihautos sind in der Kälte nicht zuverlässig genug. Um dennoch etwas nobler zu reisen, wird kurzerhand beschlossen, alle Fahrkarten aufzukaufen und auch der Busfahrer lässt sich mit Charme und Geld dazu überreden, seine tägliche Tour nur bis Clotton zu machen, und dort auf die Investigatoren zu warten.
Kaum liegt Gloucester ein Stück hinter ihnen, verengt sich die Straße mehr und mehr und die wuchernden Hecken sorgen für eine bedrückende, klaustrophobische Stimmung. Gepaart mit der eisigen Kälte und dem Wind, der über die karge Landschaft weht, wünschen sich alle schon bald wieder zurück in die warmen Wohnungen oder Häuser in London.
Angekommen in Clotton wird versucht, mehr Informationen über bzw. durch die Bewohner zu bekommen, aber es lässt sich keiner blicken. Erst auf energischen Klopfen an einer alten Holztüre von Reginald lässt sich ein Ehepaar(?) blicken, ist aber hässlich anzusehen, wenig hilfsbereit und schlägt die Tür schon bald wieder zu.
So machen sich die Fünf auf, nutzen einen abzweigenden Fußweg in Richtung Westen und hoffen, auf die laut Karte ungefähr 3 Meilen entfernte Nugs Farm zu treffen.
Schon bald gibt der Wald, der auf ihrem Weg liegt, die ersten Rätsel auf: Es wachsen noch Blumen und Pflanzen, obwohl es bereits Dezember ist, der Boden ist eindeutig wärmer als auf der Ebene und auch die Bäume scheinen hier sehr gut zu wachsen.
Plötzlich setzt ein merkwürdiges Brummen ein, was zu beträchtlichen Kopfschmerzen führt. Es vergeht zwar nach 10 Minuten wieder, aber trotzdem sind alle alarmiert und passen besonders gut auf. So kann Rowland auch im Dickicht eine seltsame Gestalt ausmachen, die anscheinen mit nacktem Oberkörper und ohne Schuhe herumläuft! Die Spur verläuft sich und lässt die Investigatoren ratlos zurück.
Der Wald lichtet sich und als sie auf einer Anhöhe stehen, sehen sie unter sich 3 Farmhäuser. 2 davon schon verfallen, aber das mittlere definitiv bewohnt. Als sich näher kommen, kommt eine blonde junge Frau aus dem Haus und schaut in ihre Richtung. Ein Schild am Zaun weist die Fünf darauf hin, dass sie am Ziel sind: Nugs Farm.
Die Begrüßung fällt etwas frostig aus, da keiner so genau weiß, was vom anderen gewollt wird. Die Investigatoren haben Hillary Quarie vor sich, die Frau des gesuchten Kultisten. Man kann sich darauf verständigen, dass keine unmittelbare Gefahr von der jeweils anderen Seite droht und so befiehlt Hillary ihren 3 Hunden, ruhig zu bleiben und man setzt sich in der Stube zusammen.
Es gelingt den Investigatoren Hillary verständlich zu machen, dass sie nicht von Gresty geschickt wurden und auch nichts mit Atkinson zu tun haben. Hillary auf ihrer Seite kann etwas vom Leben hier erzählen und macht auch erste Andeutungen eines Kults der schwarzen Ziege, dem die Bewohner in diesem Landstrich anhängen. Zwar wird Hillary gewarnt, dass Gresty zu ihr kommen will, aber sie hält definitiv fest, dass sie ihr Land nicht verlassen wird.

Hillary Quarrie weiß sich zu behaupten

Am Nachmittag werden die Hunde unruhig, da ein Mann vor dem Haus auftaucht: Es ist tatsächlich Gresty. Er ist zwar mehr als verblüfft, die Investigatoren hier anzutreffen, aber fängt sich schnell wieder. Er redet auf Hillary ein, sie möge mit ihm die die Nachfolge des Kultes annehmen und gemeinsam die Führung teilen. Hillary gibt ihm eine deutliche Abfuhr, was Gresty wütend macht. Er schleudert ihr zum Abschluss eine Warnung und Drohung zugleich entgegen, das die Sache zu Mitternacht entschieden wird und dann sollte sie besser nicht mehr hier sein.
Nach diesem Intermezzo ist Hillary sehr nachdenklich und auch gesprächiger: Sie erzählt, dass sie und Atkinson quasi den Kult am Leben erhalten, aber im Gegensatz zum alten Mann ist sie der Meinung, dass der Kult alt, schwach und degeneriert ist und ein Neuanfang nötig ist. Atkinson sieht das naturgemäß anders und die unvermeidliche Auseinandersetzung wird also heute nacht stattfinden. Sie beginnt, alle Unterlagen zu verbrennen, damit sie Atkinson nicht in die Hände fallen können. Lady Clara versucht natürlich zu retten, was geht und kann Hillary tatsächlich davon abbringen. Sie scheint sogar einen Draht zur Kultistin gefunden haben, da diese schlußendlich 2 Briefe von ihrem Mann holt und ihr gibt. Malcom soll sich in Mailand aufhalten und dort mit einer anderen Gruppe tatsächlich etwas wegen (oder für?) dem gelben König planen, was in den nächsten Wochen passieren soll!
Die Investigatoren sind sich mehr als uneins, wie sie sich verhalten sollen: Einerseits wollen sie sich in diese Geschichte nicht noch tiefer einmischen. Andererseits wollen sie nicht, das Atkinson hier gewinnt – aber was bedeutet eine Führung der Kults unter Hillary?
Schlußendlich entscheidet man sich, Hillary zu helfen. Diese ist natürlich sehr dankbar dafür, besteht aber darauf, dass sie genau das tun müssen, was sie sagt, um die heutige Nacht zu überleben.
Die Stunden bis Mitternacht vergehen sehr zäh: Die Investigatoren erkunden die Gegend, schaffen Feuerholz herbei und beten zu ihrem Gott bzw. probieren Erlerntes aus. Hillary selbst verrichtet ihre Tätigkeiten wie immer und scheint sich um das Treffen in der Nacht nicht zu kümmern.
Aber dann ist es soweit: Die Investigatoren können in der Ferne einen Lichtschein ausmachen, Gestalten, die um das Feuer tanzen und auch monotone Gesänge wahrnehmen. 10 Minuten später hören sie, wie sich etwas großes, schweres und unheimliches seinen Weg nur den Wald bahnt und sein Ziel scheint klar vorgegeben zu sein: Nugs Farm.
Nun wird Hillary endlich aktiv: Sie befiehlt, 4 Hühner zu holen und sich aufzustellen. Sie beginnt rituelle Wörter zu schreien und fügt den Hühner Schnitte mit einem langen Messer zu. Die Investigatoren müssen ihre Wörter wiederholen und der Zauber ist abgeschlossen in dem Augenblick, als dieses Etwas aus dem Wald kommt: Ein massiver, verwachsener Leib, dessen obere Hälfte wie unter Schmerzen hin und her wogt. Über dem Monstrum lassen sich weitere Bewegungen ausmachen, die an vom Wind gepeitschte Baumkronen erinnern. Dann öffnet sich an der unteren Körperpartie schmatzend ein Maul und erbricht einen Schwall grünlichen Eiters. Die Investigatoren müssen all ihren Mut zusammennehme, um nicht zu flüchten. Hillary befiehlt dem Monstrum mit brüllender Stimme, er solle umkehren und diejenigen töten, die ihn beschworen haben. Das Monstrum dreht sich langsam um und stakt zum Feuerschein die Anhöhe hinauf. Kurz darauf erklingen Todesschreie von dort und Lady Clara ist es möglich, durch einen Zauber mit den Augen eines Raben das Geschehen zu verfolgen.
Die Gefahr ist gebannt. Hillary ist gezeichnet und erschöpft und geht ins Haus zurück. Die Nacht verläuft ruhig und am nächsten Morgen brechen die Investigatoren auf. Sie haben die Briefe von Malcom Quarrie bei sich und auch einen Brief von Hillary an ihren Mann Noch wichtiger: Sie haben ein neues Ziel um Hastur an seinem Tun zu hindern und das lautet: Mailand.