98 – Der Ruf des Feuers

Die Helden sehen einen Mann, aufrecht, die Beine verschränkt, auf einem rotgoldenen Teppich sitzen, während der Flugwind ihm die langen Haare unter der steifen Magierhaube und die wallende Robe wie einen Schweif nach hinten zieht. Sein Stab, ein kaum schrittlanges Szepter, liegt auf den Oberschenkeln, als er sich, einen weiten Bogen beschreibend, zum Drachen herabgleiten lässt. Zuerst ignoriert der Drache noch den Neuankömmling, aber kurz darauf lässt er eine Feuerlanze los, die der Mann nur mit Mühe ausweichen kann und im Klosterinnenhof zur Landung ansetzt.

Er wird umringt und genießt die Aufmerksamkeit der Feueranbeterinnen und stellt sich als Nijar ben Hasrabal, der zweitgeborene Sohn vom Sultan von Gorien, für die Helden kein Unbekannter. Man stellt sich einander vor und die Helden erfahren, dass er auch eine Audienz bei Agapyr will, um die Geschehnisse rund um das Erscheinen Atlassars in Kunchom zu erklären, als auch seine Leibdienerin Ayshal ash’Shaya aus den Klauen des Drachen zu befreien!

Die Helden bemerken auch, dass sich die Stimmung im Kloster etwas geändert hat: Die Frauen sind gereizt und kommen sich wegen Nichtigkeiten in die Haare. Auch Thomeg Atherion, den die Helden befragen, kann sich nicht erinnern, dass so was schon oft vorgekommen ist. Aber man versucht, das beste daraus zu machen und die Helden stellen weitere Erkundigungen an und durchstöbern auch nochmals die Katakomben. Hier kann Arambolosch Sohn des Atosch durch Zufall eine alte Kiste aufstöbern, die ein seltsames Flammensymbol auf dem Deckel hat. Drinnen sind alte Pergamentseiten, zuoberst ein Bild einer riesigen Flamme, die seltsam echt ausschaut. Mavenius von Lowangen kann durch Zauber bestätigen, dass ein mächtiger Elementarzauber darauf liegt und sogar den richtigen Entschärfungsmechanismus herausfinden, um das Blatt herauszubekommen. Darunter sind – zur Freude von Zidon Treublatt handelt es sich um uralte Arkanoglyphen! Zidon hat auch ein Zusammentreffen mit Yesinde, die ihm in einem schwachen Moment berichtet, dass sie von hier weg will!

Am Abend steht zur Freude aller Klosterbewohner das Feueropfer an, zu welchem auch die Helden und die übrigen Gäste eingeladen sind. Als Prozession ziehen alle zum ersten Tor vor dem Kloster und alle berühren ein Flammensymbol an der Säule, welches zwar etwas schmerzhaft ist, aber auch den Helden ein seltsames Gefühl beschwert.

Die Sonne ist längst untergegangen, als es weiter zum Lavasee geht. Das hellglühende, flüssige Gestein der Fontäne und der Seemitte taucht die Umgebung aber in eigentümliches Licht. Den Helden wird immer heißer, je näher sie dem Ufer wenn man es denn so nennen will – kommt. Doch es ist keine schmerzhafte, eher wohlig-warme Hitze. Einige Schritt vor den ersten, trägen Schollen erkaltenden Gesteins verharrt die Prozession. Die Laternen werden erneut auf dem Boden abgestellt. Die Feueranbeterinnen strecken euch indes die Fackeln entgegen und machen eine einladende Geste in Richtung See. Arambolosch ist der erste, der sich traut und taucht seinen Fuß in die flüssige Lava und nichts passiert! Alle anderen schließen sich an und schon bald ist die ganze Prozession mit den Helden im Lavasee und genießt das Verschmelzen mit dem Element Feuer.

Später geht es zurück zum Kloster, aber Zidon lassen die Spannungen im Kloster keine Ruhe und er nutzt die Gelegenheit für einen Zauber, um zu überprüfen, ob eine dämonische Präsenz vorliegt und erkennt sofort: Ja, definitiv!