1. Run: An die Ostsee

1. Run: An die Ostsee

Nacht. Wolkenverhangener Mond taucht die Nordsee in ölig-schimmernde Wellen.
Die Szenerie:  Verrostete Stahlträger die aus dem tintig-trüben Wasser ragen und als Stützen für eine alte, verlassene Station dienen, deren verrostene Stahlwände, in den Himmel ragen. Leitern an den Pfosten führen vom Wasser rauf auf die Plattform. Positionslichter, die früher Schiffe auf dieses Hindernis hingewiesen haben, sind schon lange kaputt gegangen, nur eine verrostete Signalglocke, die in unregelmäßigen Abständen im Wind bimmelt. Ein Überbleibsel aus einer vergangenen, besseren Zeit. Die Szenerie scheint verlassen.
Plötzlich steigt neben der Station eine Luftblase auf. zuerst nur eine, dann zwei drei. Dann beruhigt sich das Meer wieder für ein paar Sekunden. Bis eine riesige Druckwelle sich doppelt so hoch aus dem Wasser erhebt und sich über die ganze Station ergießt. Die Wassermassen sind zwar gewaltig, können aber der alten Station nichts mehr anhaben, zulange schon hat sie den Gewalten der Nordsee getrotzt. Fragmente von zerborstenen Türen, Wänden tauchen auf, versinken aber bald wieder im Wasser – einzig die Signalglocke bricht ab und fällt mit einem letzten Schlag ins Wasser .. und versinkt in dem trüben Gewässer ins schwarze Nichts…


Eine typische Samstag Nacht in Hamburg.

Es gibt nur einen Ort ,an den man geht, wenn man hungrig ist: Stuffer Shack ist das Zauberwort, welches auf der ganzen Welt für schnelles, nährstoffarmes Essen steht, das garantiert keine Empfehlung von Gesundheitsexperten bekommt. Aber was Solls, dafür hat es die besten Öffnungszeiten, die man sich vorstellen kann: 24 Stunden, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr.

So ist es auch dieses Mal, als sich zu nächtlicher Stunde Sonny, Ghorak Khar, Nightfinger und F1L0 im Hamburger Viertel Altona treffen. Dummerweise haben sich auch ein paar Ganger entschieden, an diesem Abend ihr Glück im Geschäft zu suchen und so entbrannt alsbald eine Schießerei zwischen den Regalen als auch darüber hinweg. Die Ganger merken bald, dass das Karma ihnen heute nicht gewogen ist und so fließt viel Blut bis sie den Rückzug antreten.

Die Chummers schaffen es abzuhauen, bevor die Sicherheitskräfte eintreffen und es wäre nichts besonderes, wenn nicht Sunny am nächsten Tag einen Anruf von einer Frau namens Anne bekommt. Sie ist im Viertel bekannt dafür, das Zepter in der Hand zu haben und lebt ihre soziale Ader aus. Sie hat von dem vereitelten nächtlichen Überfall gehört und hätte vielleicht einen weiteren Job für Leute, die anständig arbeiten und wissen, was das richtige ist, was manchmal getan werden muss.

Sie vermittelt ihnen den Kontakt zu Budd, einem Schmuggler, dem eine Fracht abhanden gekommen ist: eine wertvolle Drohne. Piraten haben ihn überfallen und damit ihnen dieses Gut nicht in die Hände fällt, hat er sie mit einem Sender ausgestattet und über Bord geschmissen. Leider ist der Plan nicht aufgegangen. An der letzten Position des Senders war nichts als Wasser gewesen. Die Chummer sollen ihm aber helfen, die Drohne wieder zu beschaffen, der Gewinn durch den Kauf wird geteilt. Eigentlich leicht verdientes Geld oder?

Es geht nach Westen, an die verseuchte Nordseeküste. Die übermittelten Koordinaten befinden sich – bedingt durch die Flut- im Wasser. So wird beschlossen, das Nachtleben in Oldenswort auszuprobieren und erst morgen früh der Sache auf den Grund zu gehen.
Während Sonny sein Glück bei der Dorfkönigin (oder zumindest ihrer Stellvertreterin) versucht, kann Nightfinger einige Informationen zu den Wattsammlern herausfinden, die an der Küste ihr Glück in Treibgut suchen.

Die morgendliche Ebbe ermöglicht ein erstes Untersuchen der letzten Koordinaten, die sie von Budd bekommen haben. Allerdings lässt sich nichts mehr als ein Stellnetz finden. Die Vermutung liegt also nahe, dass die Wattsammler die Drohne aufgelesen haben könnten. So geht es weiter zum alten Diner küstenabwärts.

Dort angekommen lernen die Kummer die berühmt-berüchtigt herzliche Ostsee-Freundlichkeit kennen. Dennoch gelingt es Nightfinger, ein paar Informationen zu erhalten. F1L0 lernt bei einem Rundgang um das Haus den Deichgraf dieser Wattsammler-Kommune kennen und dessen Freundlichkeit trägt nicht gerade dazu bei, eine Brieffreundschaft beginnen. Schnell sind sich alle einig, dass hier etwas gewaltig stinkt – und diesmal ist es nicht (nur) die Ostsee. Geplant ist eine Rückkehr am Abend.

F1L0 findet heraus, dass das Wellblech-Diner auf einem alten MET2000 Bunker gebaut wurde, die Einfahrt ist nur notdürftig abgedeckt und genau startet das Eindringen der 4 Shadowrunner.
Ein einfacher Bewegungsmelder und das Mag-Schloß sind schnell ausgeschaltet und vorsichtig kämpft man sich Raum für Raum vor. Im Gruppenraum stossen sie auf die ersten Wattsammler und das Feuergefecht beginnt. Der Überraschungsmoment ist aber auf ihrer Seite und so hält das nur kurz auf.
Im nächsten Raum finden sie dann den Deichgrafen: Anscheinend wurde hier ein religiöser Kult aufgebaut, der ein Meerwesen anbetet, dass in der Ostsee wohnen soll.
Der Deichgraf kann seinem Sturmgewehr noch eine schnelle Salve entlocken, dann steht auch er bereits seiner hoffentlich wohlgesonnenen Gottheit gegenüber.

In einer Kiste finden die Kummer endliche das Gesuchte: Die Drohne. Eine schnelle Untersuchung bringt zutage, dass diese nuklear betrieben wird und auch sonst einiges an unbekannten Equipment aufzuweisen hat: Es dauert nämlich nicht lange, bis Sonny ein tiefes Brummen vom Meer vernimmt und es bedarf einer raschen Flucht ins bewohnte Gebiet zurück, um nicht von den beiden Kampfhubschraubern gesehen zu werden.

Wieder zurück in Hamburg wird nicht lange überlegt, und ein Übergabetermin vereinbart, die Runner wollen die heiße Ware so schnell wie möglich los werden, vor allem da Berichte über die gestrige Aktion dem Konzern Proteus zugerechnet werden kann.

Budd zeigt sich zufrieden und zahlt 50.000 für die Drohne. Die Aktion ist gut gegangen und die Runner haben sich bereits ihre ersten Sporen verdienen können.
Der Start ist geglückt!

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